Nach 60 intensiven Minuten in einem würdigen Pfalzliga-Spitzenspiel beim TSV Iggelheim, in das die HSG als Tabellenzweiter ging, stand am Sonntagabend ein 29:29-Unentschieden auf der Anzeigetafel der Meckenheimer Sporthalle. Ein Unentschieden, mit dem beide Teams durchaus leben können. Über die gesamte Spielzeit zeigten beide Mannschaften eine spielerisch sowie kämpferisch absolut ansprechende Leistung. Die HSG festigt somit ihren zweiten Tabellenplatz (19:7 Punkte) vor dem nun neuen Tabellendritten aus Iggelheim (16:10 Punkte).

Danach sah es jedoch zu Beginn der Begegnung nicht unbedingt aus. Die Mannschaft von Coach Ralf Hungerbühler erwischte den besseren Start und führte in der 12. Minute durch den Treffer von Timo Hartmann bereits mit 7:4. Beide Mannschaften legten offensiv ein ungeheures Tempo vor, vernachlässigten dabei jedoch die Defensivarbeit ein wenig. Auch weil die Rot-Weißen in der Folge ihre freien Torchancen besser nutzten als in der Anfangsphase, entwickelte sich bis zur Halbzeitpause ein sehr ansehnliches Handballspiel, welches das Prädikat „Spitzenspiel“ eindeutig verdient hatte. Über 9:9 (18.) und 13:13 (25.) ging die HSG durch den Treffer vom siebenfachen Torschützen Christian Baßler mit einem 17:16-Rückstand in die Kabine. Dieser hauchzarte Rückstand ging bis dato in Ordnung, da der TSV den berühmten Tick besser war, während die Mannschaft von Trainer Ivan Vukas gerade in der Defensive Einiges schuldig blieb.

Nach dem Seitenwechsel waren es zunächst wieder die Gastgeber, die das Spielgeschehen bestimmten und in der 37. Minute durch den Treffer von Timo Hartmann, mit acht Toren an diesem Abend bester Schütze in Reihen des TSV, mit 20:17 in Front gingen. Erinnerungen wurden wach an das Rückrundenspiel der vergangenen Saison, als die Barbarossastädter ebenfalls nach einem ausgeglichenen ersten Durchgang abreißen lassen mussten und am Ende verdient mit 28:24 verloren. Die HSG zog sich jedoch, angeführt vom bärenstarken Philipp Mägel, aus der Affäre und kam eine Viertelstunde vor der Schlusssirene zum 22:22-Ausgleich. Mägel war es auch, der wenig später (48.) mit dem 25:24 die erst zweite Führung (nach dem 4:3 in der Anfangsphase) in der Partie besorgte. Bis zum 29:29-Endstand ergab sich nun stets das gleiche Muster: die Iggelheimer glichen aus, die HSG legte vor. Bei noch 25 Sekunden auf der Uhr hatte die HSG in Überzahl die Möglichkeit, beide Punkte aus der Meckenheimer Sporthalle zu entführen, spielte den letzten Angriff jedoch nicht sauber genug aus und verlor das Spielgerät. Dem TSV bot sich durch einen langen Pass auf den nach vorne geeilten Timo Hartmann tatsächlich noch die Chance auf den Siegtreffer, welche aber durch konsequentes Abwehrverhalten des kurz zuvor eingewechselten Marc Zimmer zunichte gemacht wurde. Der darauffolgende direkt ausgeführte Freiwurf von Carsten Handl fand zwar den Weg über die groß gewachsene HSG-Mauer, aber eben auch über das Gehäuse des in der zweiten Halbzeit stark agierenden Torhüter Knut Huber.

Unter dem Strich geht der Punkt nach 60 rasanten Minuten für beide Seiten in Ordnung. Beide Teams bestachen in der ersten Halbzeit durch ihr bewegliches und schnelles Angriffsspiel, in den zweiten 30 Minuten nahm das spielerische Niveau zwar etwas ab, dafür legten die beiden Pfalzliga-Spitzenteams deutlich mehr Wert auf ihre Defensivreihen und den damit verbundenen Kampf. Neben der verbesserten Abwehrarbeit waren aufseiten der Rot-Weißen vor allem Schlussmann Knut Huber, der einige wichtige Paraden verzeichnen konnte und der überragende Philipp Mägel, der sieben seiner neun Tore nach dem Seitenwechsel erzielte, die entscheidenden Faktoren für den Punktgewinn.

Am kommenden Samstag trifft die Vukas-Sieben dann im heimischen Schulzentrum Süd (20 Uhr) auf die HSG Dudenhofen-Schifferstadt. Der spielerisch extrem starke Aufsteiger konnte am vergangenen Wochenende mit dem 32:28-Achtungserfolg gegen die TS Rodalben ein deutliches Zeichen setzen. Das hochemotionale Hinspiel gewannen die Rot-Weißen nach einem von Nils Bechtel verwandelten Siebenmeter nach Ablauf der Zeit denkbar knapp mit 31:30.

Es spielten:

HSG – Huber, Neumann (Tor)

Mägel (9), Bechtel (6/3), Martin (5), Keilhauer (4), Kötz (4), Rösler (1), Altmaier, Siefert, Zimmer, Blauth

TSV –  Kern, Weinerth (Tor)

Hartmann (8/4), Baßler (7), Weber (4), Groß (2), Handl (2), Wendler (2), Schäfer (1), M. Schneider (1), Hauck (1), Winterhalder (1), Gebhart, T. Schneider

 

 

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